18/66! – Das Stück

Da sind zwei, die so gar nicht zueinander passen. Das Leben hat sie zusammen gebracht.

Der 18jährige Henry und die 66jährige Margot begegnen sich auf einer Theaterbühne.

Die Schauspielerin Margot, besetzt für die Rolle der Maude, will den Klassiker „Harold & Maude“ auf die Bühne bringen. Der 18jährige Henry, als neuer Harold gecasted, wähnt sich bei einem Photoshooting. Margot will die poetische Liebesgeschichte erzählen: zwischen der sterbenden Alten voller Lebensweisheit und dem lebensmüden Jungen, der das Leben noch vor sich hat. Doch Henry hat ganz andere Fragen an Gegenwart und Zukunft, an deren Brisanz auch Margot nicht vorbei kann: Wenn wir jetzt nichts tun, werden wir 2030 an unseren gesellschaftlichen Problemen ersticken. Und dennoch schleicht die Poesie immer wieder um die Ecke.

Ein Abend für Menschen ab 13 Jahren  bis ins hohe Alter.

Spielzeit: ca. 70 Minuten

Margot/Maude

ist 66 Jahre alt. Die meisten Menschen fühlen sich von ihr angezogen. Sie liebt das Leben und die Menschen. Sie war schon immer sehr kreativ, mag die Natur, Pflanzen, Tiere. Margot glaubt auch an die Dinge zwischen Himmel und Erde und achtet sehr auf ihre Ernährung. Was Margot absolut nicht ausstehen kann: wenn jemand in ihre Sachen Unordnung bringt. Sie mag es auch nicht, wenn ihr jemand das Gefühl vermittelt, irgendwie nicht richtig zu sein. Schauspielerin ist ihr zweiter oder dritter Beruf und die Rolle der Maude zu spielen ist für sie ein Lebenstraum. Sie ist ihr großes Vorbild, seit Margot den Film zum ersten Mal sah. Wie sie glaubt Margot an die Liebe und das Schöne. Außerdem erinnert Maude sie an ihre Großmutter, zu der sie eine sehr besondere Beziehung hatte. Als sie starb, brach für Margot eine Welt zusammen. Margot denkt, wenn sie so in die Gegenwart und Zukunft blickt, dass früher einiges einfacher war.

Henry/Harold

ist 18 Jahre alt. Sein IQ ist außergewöhnlich hoch. Er konnte mit drei bereits lesen und schreiben, ohne dass ihm das irgendjemand beigebracht hätte. Mediale, kreative Begabung nennen die Psychologen das. Henry steht total auf Technik und Computer. Er hat einen starken Willen und brauchte immer schon viel Aufmerksamkeit. Er ist selbstbewusst, manche nennen ihn überheblich. Ungerechtigkeiten machen ihn wahnsinnig wütend. Er mag keine ewigen, konformen Wiederholungsschleifen im Leben. Henry ist gerade von seiner Schule suspendiert – eine Disziplinierungsmaßnahme. Das ist ihm egal – er hat da eh keinen Bock mehr drauf. Er ist lieber allein unterwegs als im Gruppenzwang. Wenn er was anpackt, will er es hundertprozentig und richtig machen aber eben auf seine Art. Henry erfindet sich sein Leben selbst. Auf der Bühne hier ist er gelandet, weil so ein Typ von einer Agentur ihn in einer Bar angesprochen und gefragt hat, ob er nicht Bock hätte, ein paar Fotos für ein Theater zu schießen, da er genau der Typ von Harold wäre, den er bräuchte.

 

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